Willkommen im Winter Club

Januar
2025

- Monatsthema: Begegnungsprobleme aller Art -

Woche 2

Lerne deinen Hund zu verstehen - Ohne Worte

Nicht jede Begegnungssitation ist gleich.
Hier sind schonmal 3 wichtige Faktoren, die du kennen solltest.

Faktor 1

Die Wohlfühldistanz ist einer der wichtigsten Faktoren, denn sie ist für deinen Hund eine ganz individuelle Sache.

Solange sich der grüne und rote Kreis (Bild) nicht überschneiden, läuft für deinen Hund alles wie am Schnürchen.

Sobald es eine Überschneidung der Kreise (Bild) gibt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass dein Hund altbekannt ausflippt.

Das gilt natürlich nicht nur für Hundebegegnungen, sondern auch für z.B. Fußgänger, Radfahrer, Jogger - you name it! Alles was sich bewegt, trägt so eine imaginäre Bubble mit sich.

Beobachte und notiere dir mal, welchen Radius diese Bubble für deinen Hund hat.

Faktor 2

Die Körpersprache vor und in Begegnungssituationen ist total wichtig.

Dein Hund reagiert auf jeden Trigger, aber auch auf jeden Hund anders. Keine Situation ist gleich - das wird dir sicherlich schon aufgefallen sein. Manchmal rastet dein Hund nicht aus und du fragst dich wieso.

Schau dir mal die Bilder an, da siehst du den Unterschied einer entspannten Annäherung (wie wir sie uns wünschen) und einer angespannten.

Hast du Probleme in Begegnungen mit Radfahrern, Joggern etc. beziehe die Bilder auf die Annäherung deines Hundes.

➡️ Blickkontakt:
Wo dein Hund länger als 2 Sekunden hinschaut, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit hingehen. Das ist oft die Zeitspanne, nach der er beginnt auszuflippen und in die Leine zu springen. Denn eigentlich soll das Anstarren das Gegenüber abbremsen und außerhalb der Wohlfühl-Bubble halten.

➡️ Geschwindigkeit der Annäherung:
Zeigt die Motivation und Stimmung der Hunde. Reagiert dein Hund vielleicht schon empfindlich darauf, wenn ein Hund sich zu schnell und zu direkt nähert? Oder ist dein Hund vielleicht immer schnell unterwegs? Das gilt auch für Jogger oder Radfahrer, die zügig und direkt auf dich und deinen Hund zukommen.

➡️ Die Geometrie des Körpers:
Du kannst die Körperhaltung deines Hundes wunderbar in Achsen einteilen und damit sehr schnell auf einen Blick einschätzen, was vermutlich als nächstes passieren könnte.
Körpersignale- und haltungen nach vorne/oben machen einen "Angriff" sehr wahrscheinlich. Körpersignale- und haltungen nach hinten/unten deuten eher auf Rückzug, Distanzwunsch und Unsicherheit hin.

Beobachte mal genau, wie dein Hund sich vor Begegnungssituationen verhält und ob du jetzt vielleicht schon früher einschätzen kannst, was als nächstes passieren könnte. Schwanken die Anzeichen immer mal wieder? Das ist gar nicht so unüblich. Dann ist dein Hund in solchen Situationen noch nicht so sicher, wie er reagieren soll.

Faktor 3

Dein Leinenhandling ist für jede Begegnungssituation super wichtig. Dein Hund fühlt sich unter umständen an der Leine sehr eingeschränkt, Dinge in seinem Tempo zu managen und hündisches gutes Verhalten zu zeigen.

Ich verstehe, dass dein erster Impuls verständlicherweise sein wird, schon vor jeder Begegnung vorsichtshalber die Leine einzukürzen und strammer zu nehmen oder direkt nur noch mit einer sehr kurzen Leine spazieren zu gehen.

Mein Tipp für dich ist aber:
Besorg dir eine 3-5 Meter lange Leine mit Handschlaufe und ggfs. Rückzugdämpfer aus deinem bevorzugten Material. Ich liebe z.B. Biothane. Gehe nur noch mit dieser Leine alltäglich spazieren und lass sie nicht einfach über den Boden schleifen. "Roll" sie immer wieder auf und gib immer wieder Leine nach.

Deine Leine ist nur zur Sicherung da und nicht, um deinen Hund durch den Spaziergang zu ziehen. 😉

Natürlich darfst und sollst du deinen Hund mit der Leine daran hindern, andere Hunde oder Menschen zu zerlegen - deswegen fungiert sie als Sicherung.

Wenn dein Hund vor und in Begegnungssituationen aber stehen bleibt und Geschwindigkeit rausnimmt, sieh zu, dass die Leine locker durchhängt. Denn ein kleiner Zug an der Leine kann in solchen Situationen den Unterschied zwischen "Entspannter durch die Situation kommen" und "Doch noch ausrasten" machen. Stell es dir wie den Splint einer Handgranate vor - dran ziehen und zack geht sie hoch.

Versuche deinen Hund lieber mit bekannten Signalen in seine Wohlfühl-Bubble zurückzuholen.

Beobachte mal und notiere dir, wie das bei dir mit der Leine aktuell noch aussieht. Ist sie viel auf Spannung? Ist sie vielleicht zu kurz?

Fragen, Fragen, Fragen

Hau hier gerne alles raus, was dir zum Input zwischen unseren Gruppen-Live Calls Fragen aufwirft.

Häufig aufkommende Fragen greife ich zwischendurch in der Telegram-Gruppe auf.

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